Das Haar in der Suppe

Wer nach dem Haar sucht,
dem entgeht die Suppe.

Bert Hellinger

Jammern auf hohem Niveau

Ein weiterer toller Sinnspruch, der, wie ich finde, besonders auf (uns) Deutsche zutrifft.

Wie oft erlebt man es doch, dass sich Leute hierzulande wegen Kleinigkeiten aufregen. Für viele gibt es immer was zu nörgeln – obwohl die Gesamtsituation hervorragend ist. Man könnte es auch als Jammern auf sehr hohem Niveau bezeichnen.

Durch den Fokus auf das Negative entgeht den Nörglern das Positive.
Schade für sie – aber nicht unheilbar 😉

Mein Heilungs-Vorschlag:
Stupse die Person behutsam in Richtung „Dankbar sein“.

Zähle ihnen Dinge auf, die für andere Leute (vor allem in der dritten Welt) nicht selbstverständlich sind. Zum Beispiel:
„Du bist gesund“, „Du hast genug zu essen“, „Du hast fließend Wasser“, „Du hast ein Dach über dem Kopf“, „Dir steht rund um die Uhr Strom zur Verfügung“ und so weiter…

Das kann ein Umdenken bei ihnen bewirken. Und vielleicht nehmen sie am Ende das Haar aus ihrer Suppe und stellen fest, dass sie ganz vorzüglich schmeckt.

Wie würdest du einen Nörgler dazu bringen das Positive zu sehen?
Ich bin gespannt auf deine Ideen!
Hinterlasse unten einfach einen Kommentar.

Herzliche Grüße,
Stefan

PS: Um ein Umdenken geht es auch in meiner Geschichte, die du am Ende der 30 Sprüche, also in 13 Tagen lesen wirst. Sei gespannt 🙂

21 Kommentare zu Das Haar in der Suppe

  1. Andrea 27. Februar 2015 um 10:30 #

    Bert Hellinger …. er hat s schon drauf 🙂 Toller Spruch 🙂

    Man kann keinen „Nörgler“ „dazu bringen“ das Positive zu sehen… ich kann niemanden dazu bringen Positives zu sehen.. höchstens „anstupsen“ ….hi hi ….. wenn mir jemand begegnet und „Nörgelt“ … es hat immer mit einem, Deinem Selbst zu tun … wenn ich der Gegenüber … als Beobachter … mich zeige … und der „Nörgler“ erwartet eine Reaktion auf sein „Nörgeln“ von mir … grins …
    na, … dann werd ich ihm gerne meine Wahrnehmung, meine Wahrheit sagen … und die wird ggfs. bei ihm etwas irritierend ankommen… weil er vielleicht denkt ich müsste mitnörgeln .. ich tu s aber nicht … hi hi ..

    und genau in dem Moment passiert die Veränderung … ich reagiere nicht so wie der „Nörgler“ es gewohnt ist .. er kann sein „Nörgel-Muster“ nicht ausweiten …weiterspinnen, weil ich das Muster mit meiner Reaktion unterbreche … upps… und jetzt … vil kommt der „Nörgler“ zum Nachdenken … oder auch nicht … es kann sein er sucht sich nen „neuen Spielgefährten“ zum Weiternörgeln ..das Muster will ja gelebt werden .. Scheiß-Muster aber auch … lach … oder er erkennt das das „Nörgeln“ nix bringt und er eigentlich über sich Selbst „nörgelt“ und entscheidet sich in diesem BEWUSSTSEIN dazu das Muster zu ändern … Herzlichen Glückwunsch …. Just do it … da fällt mir der Spruch ein : Ändere Dich selbst und dein Umfeld… deine Mitmenschen …. und und und … ändert sich … alles ist in einem Selbst … es ist so einfach … und doch für die meisten immer noch so schwer … Licht und Liebe 🙂

    • Stefan Seidner 28. Februar 2015 um 18:26 #

      Ja, dann stupsen wir ja zusammen 🙂

      Dich nicht einzulassen auf das gleiche Level wie der Nörgler: Das machst du gut finde ich!

    • Erika 23. März 2017 um 13:44 #

      Nach meiner Erfahrung lässt sich kein „Nörgler“ so einfach umstimmen – das Nörgeln ist Ausdruck eines unbefriedigten Bedürfnisses.
      Sehr wahrscheinlich weiß derjenige garnicht, was er – oder sie – eigentlich braucht. Zunächst mal sicher einen Zuhörer, (mit der Ausnahme siehe unten) der eben nicht gleich versucht, ihm das Nörgeln auszureden, sondern durch Nachfragen wie: du bist also wirklich sehr beunruhigt, unzufrieden, besorgt…etc. versucht, dem Motiv für das Nörgeln auf die Spur zu kommen.(und dadurch natürlich den Nörgler respektiert und ernst nimmt). Und dann als nächstes vielleicht Fragen wie: brauchst du mehr Sicherheit, mehr Respekt, mehr Zugehörigkeit, Sinnhaftigkeit, etc. – und am Ende: was wünschst du dir? Daran anschließend kann man natürlich das eigene Erleben einfließen lassen ( Möchtest du hören, wie es mir damit geht?) – So funktioniert übrigens „gewaltfreie Kommunikation“…
      Schon klar, dass es nicht immer und überall möglich ist, so ein Gespräch zu führen – vor allem muß die innere Bereitschaft dazu da sein.Ich habe auch schon erlebt, dass so ein Nörgler ganz schnell verstummt, wenn er, auf diese Weise ernst genommen, wirklich nachdenken muss…derjenige braucht dann keinen Zuhörer, sondern nur „Mitnörgler“ – vielleicht seine Art zu kommunizieren…
      hinter der möglicherweise das Bedürfnis steckt, Gemeinschaft zu erleben. Mir tut es jedenfalls immer wieder sehr gut, mich daran zu erinnern, dass wir alle Menschen mit mehr oder weniger Problemen sind, und auf jeden Fall Menschen mit den gleichen Bedürfnissen…

      • Stefan Seidner 27. März 2017 um 21:58 #

        Hallo Erika, ich freu mich über deinen wertvollen Kommentar. Er erinnert mich, mich wieder mit dem wundervollen Werkzeug der GFK zu beschäftigen… Das hat mir Mitte 2016 gut getan.

  2. Ruth 28. März 2015 um 10:25 #

    Die Frage ist: was ist Nörgeln, was ist berechtigte Kritik? Muss ich alles hinnehmen, um mir nicht sagen zu lassen: „Du hast ja immer was zu meckern, du bist so negativ“? Und die „hungernden Kinder in Afrika“ haben noch nie ein Kind motiviert, den Teller leer zu essen… Ohne die „Nörgler“, die das Haar finden und Missstände aufdecken, gäbe es auch keine Verbesserungen. Wenn wir alles an dem untersten Lebensniveau messen, dürften wir uns über gar nichts beschweren! Das wäre ein Volk, wie es sich jede Regierung wünscht…

    • Stefan Seidner 8. April 2015 um 20:39 #

      Stimme dir zu – allerdings halte ich es für sehr wichtig der Kritik auch Taten folgen zu lassen. Ich glaube an diesem Punkt scheitern viele – sprich viele kommen aus dem Nörgeln nicht raus, können sich nicht aufraffen aktiv zu werden um den Missstand in etwas Annehmbar(er)es zu transformieren…

  3. Monika 28. August 2015 um 16:17 #

    Ich habe inzwischen aufgegeben, irgendjemand zu irgendetwas zu bringen. Ich schenke sowohl Nörglern als auch Positivisten meine ungeteilte Aufmerksamkeit und schweige dazu. Mir geht es selber so. Wenn ich etwas sage, etwas aus mir hervorsprudelt, dann nehme ich wahr, dass dadurch auch Gefühle vergangener Erfahrungen in mir hochkommen und so durch mein nörgelndes Gerede befreit werden können. Ich habe sogar einige Gefühlsregungen wahrgenommen, die aus längst vergangenen Zeiten, in denen meine Großeltern gelebt haben, stammen und wo eine freie Äußerung von Unmut öffentlich verboten war und verfolgt wurde. Obwohl ich selber nie in Kriegszeiten gelebt habe. Wenn die Nörgeleien dann alle so richtig umfangreich draussen sind, willkommen und geäussert sind, dann kann ein erleichterndes Lächeln manchmal helfen, jetzt mehr zu den Geschenken, die wir jetzt hier miteinander teilen können, überzugehen.
    Allerdings schenke ich meine ungeteilte Aufmerksamkeit anderen nur in der mir annehmbaren Dosis. Das kann ich nicht immer und jederzeit, und ich erwarte das auch von keinem anderen Menschen.

    • Stefan Seidner 2. September 2015 um 15:44 #

      Hallo Monika, ich finde es gut dass du von anderen nicht mehr Aufmerksamkeit erwartest als du ihnen schenkst.
      Ich sehe das auch so, dass jede Aussage eines anderen unweigerlich mit seiner Gefühlswelt verbunden ist. Trotzdem denke ich, dass Impulse für andere hilfreich sein können.

  4. christian gugenberger 11. November 2015 um 14:04 #

    Wenn das Haar ein Synonym für Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit ist und die Suppe ein Synonym für Verstrickungen, Anhaftungen und Wünsche des Egos und trotzdem auch die Suppe geehrt wird, dann passt das ja, oder? <3

    LG, Christian

    Lieber Stefan, wieder mal eine tolle Inspirationsquelle, DANKE

    • Stefan Seidner 11. November 2015 um 18:50 #

      Das ist mal eine erfrischende, neue Sichtweise. Danke Christian 🙂

  5. christian gugenberger 11. November 2015 um 19:47 #

    Danke, lieber Stefan 😉 Es könnte ja durchaus sein, dass wir mit alten Sichtweisen, die der gerade vergehenden alten Matrix dienten in den neuen Energien, welche für sensitive Menschen schon deutlich wahrnehmbar sind, nicht mehr viel ausrichten werden können um dem allgemeinen Wohl auf unserem Planeten zu dienen, keine Ahnung wird sich ja eh alles weisen……

    LG, Christian

  6. Doris 11. Januar 2017 um 10:08 #

    Ich bin ich.
    Wenn ich positiv bin, dann habe ich wenig Resonanz zu Nörglern.
    Treffe ich dennoch auf einen, danke ich ihm im Stillen. Denn offensichtlich muss ich bei mir selber nachschauen. Dann musst es in mir eine Schieflage geben. Diese begradige ich wieder. Dem Nörgler danke ich nur, nichts weiter. Das kann man ohne weiteres auch laut machen, sofern es aufrichtig, und nicht manipulierend gemeint ist. Zum Beispiel:

    „Jetzt, wo du mir das Alles aufzählst wird mir wieder bewusst, wie gut es mir geht. Morgens aufzustehen, und erst mal ein dickes Danke `gen Himmel zu schicken- das will ich um Nichts auf der Welt vermissen!“

    Wenn ich das wirklich aufmunternd sage, hat der Nörgler einen Samen von mir bekommen. Ob der je zur Frucht wird, liegt nicht mehr in meiner Verantwortung!

    • Christian Gugenberger 11. Januar 2017 um 11:49 #

      Ja,da stimme ich Dir zu, Nörgler kann man/frau durchaus als Gradmesser ansehen, wie sehr man/frau in sich selbst ruht. Wenn dann sich etwas in einem Selbst rührt und in Resonanz zum Nörgler geht, hat man ein Thema gefunden, dass noch einer weiteren Betrachtung bedarf, danke für Deinen wertvollen Beitrag und LG Christian

  7. Doris 13. Januar 2017 um 10:40 #

    Das Ego nimmt zuerst das Haar in der Suppe wahr. Jetzt kommt es auf den Menschen an, wie und ob er es bewertet und verurteilt. Wie reif ist der Mensch dieses Egos? Ein Unreifer wird sich beschweren, sich ärgern, sich ekeln, setzt seine wertvolle Lebenskraft dafür ein, das Problem zu lösen.

    Ein reifer Mensch bemerkt es, fischt es heraus, und genießt seine Suppe.

    Resumee:

    Solange wir leben, begegnen wir Problemen. Löse es so effektiv wie möglich, und genieße dein Leben!

  8. Christina 15. Februar 2017 um 15:21 #

    Ist es wirklich immer das Ego, das das Haar in der Suppe wahrnimmt? Auch hier gilt es, seine eigene Unterscheidungsfähigkeit zu überprüfen. Und zu wem man etwas sagt – ist dieser Mensch reif genug, um zwischen „Kritik“ und Liebesgabe zu unterscheiden? Es wird immer wieder von „Kritik“ geredet. Und damit abgewertet. Ja, und da fängt eben die Unterscheidungsbereitschaft und dann -fähigkeit an. „Kritisiere“ ich tatsächlich den Anderen oder gebe ich ihm einen liebevollen Impuls, vielleicht mal die Sache von einer anderen Seite zu betrachten. Ist der Andere denn fähig, dies als Liebesgabe anzunehmen oder nimmt er es als „Kritik“ auf und ist eingeschnappt? Zu all dem gehört unabdingbar Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit. Da müssen sich beide Seiten fragen.
    Oh je – wie machen wir uns das Leben so kompliziert!

  9. Eberhard 11. März 2017 um 20:11 #

    Wieder ein toller, inspirierender Spruch ! Da ich zu den Menschen gehöre, die sich nicht selbst Probleme bereiten, sehe ich auch Nörgler gelassen. Nörgler sind keine Kritiker, mit denen unterhalte ich mich gerne, oft kann man so seinen Blickwinkel erweitern.

  10. Barbara Schröder 14. April 2017 um 20:25 #

    Ja, die, die immer nörgeln! Ich kann nur sagen, ich lebe seit 30 Jahren in Österreich – der Anteil derer, die unzufrieden sind, ist garantiert gleich wie in D oder CH…..Ich nehme sehr oft die Gelegenheit wahr und plaudere, erzähle davon, wie ich etwas betrachte. Also ich kann berichten, dass doch viele dann den Kopf leicht schief legen und mich anschauen, erstmal gar nichts erwidern. Dann kommt entweder noch ein leichter Einspruch oder der Satz:“ Na ja, wenn ich das so betrachte….“ Vielen Menschen ist das Gute absolut selbstverständlich. Als meine Kinder klein waren, habe ich sehr oft gesagt: Ist das nicht wundersam, wir kommen nach Hause und es ist warm, wir haben sauberes Wasser, wenn wir den Hahn aufdrehen und der Kühlschrank ist voll. Wir können dankbar sein.“ Heute sind meine Kinder erwachsen und ich merke, wie sehr sie damit aufgewachsen sind, welche Dankbarkeit sie „verinnerlicht“ haben. Wenn wir das Schöne, das Leichte, das Gute, das Dankbare verbreiten, geht das Richtige in die Welt und vermehrt sich.

  11. Wolfgang Wittek 29. April 2017 um 21:22 #

    merkwürdig,
    alle reden von unserm „Jammern auf hohem Niveau“

    das Haar in der Suppe kann ich ignorieren

    Mich trifft dieser Spruch überhaupt nicht
    Eine leckere Suppe genieße ich immer, selbst ein Haar oder eine tote Flieg würde meinen Genuss nicht stören,
    ich habe zu lange in der Jugend einfache Berghütten geliebt … das Umfeld ist wichtig… viele sind zu verwöhnt

    Ach, wie viele Geschichten von solchen Suppen könnte ich erzählen … alle Erinnerung beschreiben nur mein Glück

    • Stefan Seidner 5. Mai 2017 um 23:20 #

      Du suchst nicht nach dem Haar, deshalb genießt du die Suppe. Davon könnten sich einige Menschen eine Scheibe abschneiden 😉

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